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Schlammstabilisierung auf kleineren Kläranlagen

Energieoptimierte Klärschlammstabilisierung 

bei Kläranlagen zwischen 10.000 und 25.000 Einwohnern

 

Größere Kläranlagen über 25.000 EW verfügen in der Regel über eine Faulung des Klärschlamms. Anlagen, die kleiner sind, setzen meist das energieintensive Verfahren der aeroben, simultanen Schlammstabilisierung ein. 

 

Vorteile von Anlagen mit aerober, simultaner Schlammstabiliserung sind 

  • einfacher Anlagenbetrieb mit geringem Personalaufwand, 
  • keine kapitalintensiven Anlagen wie Vorklärung, Faulbehälter und Gasverwertung. 

 

Vorteile von Anlagen mit Klärschlamm-Faulung sind im Gegensatz dazu

  • kleinere Belebungsbeckenvolumina oder größere Anschlusskapazität, 
  • Nutzung des Energiegehalts im Schlamm zur Eigenstromerzeugung, 
  • Reduzierung des Stromverbrauchs durch geringeren Sauerstoffbedarf, 
  • Verringerung der Klärschlammmenge und somit geringere Entsorgungskosten. 

 

Aufgrund der stark steigenden Energie- und Schlammentsorgungspreise verschiebt sich die Grenze der Wirtschaftlichkeit auch bei Anlagen unterhalb von 25.000 EW immer weiter in Richtung der Faulgasanlagen, sodass diese pauschale Grenze heute sicher nicht mehr gültig ist. 

 

Nach Christ [2013] ergibt sich bei derzeitigem Preisniveau eine Kostendifferenz durch 

  • verringerten Energiebezug und 
  • Reduzierung der Schlammmenge

bei Faulungsanlagen von rund 5,00 € pro Einwohnerwert und Jahr gegenüber Anlagen mit simultaner, aerober Schlammstabilisierung. 

 

Das bedeutet, dass bei einer 10.000 EW-Anlage jährlich rund 50.000 € eingespart werden können. Für diesen Einsparbetrag können wirtschaftlich rund 600.000 € in Anlagentechnik investiert werden. Ob es möglich ist, für diesen Betrag die erforderlichen Um- und Neubauten durchführen zu können, ist im Einzelfall zu prüfen. 

 

Fakt ist jedoch, dass sich in den vergangenen Jahren durch den Boom von landwirtschaftlichen Biogasanlagen zur Energiegewinnung Anbieter von Systemanlagen im Markt etabliert haben, bei denen sich erhebliche Kosteneinsparpotenziale gegenüber konventionellen Faultürmen aufzeigen lassen, da es sich hierbei um Anlagen "von der Stange" handelt und nicht wie üblich um "Sonderanfertigungen". 

 

Somit steigt nicht nur das Einsparpotential, sondern die erforderliche Anlagentechnik wird auch immer kostengünstiger, um dieses Potenzial zu generieren. Vorsicht ist dennoch geboten, da nicht alle Systemlösungen den speziellen Anforderungen des Kläranlagenbetriebes gerecht werden. Beispielhaft seien hier die Umwälzaggregate, die sicherheitstechnischen Einrichtungen oder die Gasverwertung genannt.