Membranbelebungsanlagen
Bedingungen zum wirtschaftlichen Einsatz
Unter einem Membranbelebungsreaktor (MBR) für die Abwasserreinigung wird die Kombination aus einem Belebungsbecken und einer Mikro- oder Ultrafiltrationsmembrane zur Abtrennung des belebten Schlammes verstanden. Eine Nachklärung ist daher nicht mehr erforderlich. Verfahrensbedingt bestehen im Vergleich zur konventionellen Belebungsanlagen folgende
Vorteile
- deutlich geringerer Platz- und Volumenbedarf bei niedrigeren Baukosten,
- erhöhte Betriebssicherheit,
- keine Restverschmutzung im Ablauf,
- hygienisch einwandfreie Ablaufqualität
und Nachteile
- empfindlicher gegen Stoßbelastungen,
- erhöhter Energiebedarf,
- erhöhter Überwachungs- und Steuerungsaufwand,
- Chemikalienzugabe zur Reinigung der Membranen.
Ein wirtschaftlicher Betrieb kann mit MBR-Anlagen möglich sein, wenn das Abwasser stark konzentriert vorliegt, die Zulaufschwankungen gering sind und die Platzverhältnisse beengt. Sobald eine hygienisch einwandfreie Ablaufqualität gefordert wird (Karst, Badegewässer u.a.), sollte das MBR-Verfahren alternativ zur UV-Desinfektion mit vorgeschaltetem Sandfilter grundsätzlich auf die Wirtschaftlichkeit untersucht werden.
Eigene Untersuchungen ergaben, dass sich bei diesen Randbedingungen die Jahreskosten nicht mehr von denen konventioneller Anlagen mit UV-Behandlung unterscheiden, obwohl die Ablaufqualität nochmals erhöht ist. Zusammenfassend ist festzustellen, dass Membranbelebungsanlagen unter den beschriebenen Randbedingungen zu einer interessanten Alternative geworden sind.
Dr. Oliver Christ







